Googelst Du noch, oder findest Du schon?

In den vergangenen Wochen habe ich mehrfach Workshops für Lehrerinnen und Lehrer zum Thema Internetrecherche angeboten. Hintergrund für diese Workshops war, dass sowohl viele Schüler als auch einige Lehrer häufig von den Ergebnisanzeigen der Suchmaschinen (meist Google) erschlagen werden.
Es stand also die Frage im Raum wie man besser zu brauchbaren Ergebnissen kommen kann.
Basics
Zunächst erschien es mir sinnvoll einmal kurz die Basics zu Suchmaschinen zu besprechen. Was nicht allen Teilnehmern klar war ist der Umstand das eine Suche per Suchmaschine nicht das gesamte Internet durchsucht, sondern lediglich den Index dieser Suchmaschine. Die nächste Frage war dann wie die Inhalte in diesen Index kommen und welche Kriterien genutzt werden um die Ergebnisse zu sortieren (am Beispiel von Google).
GoogleQuiz – erfolgreicher Googeln
Im Anschluss an die Basics haben wir dann ein GoogleQuiz (inspiriert von Jöran) durchgeführt. Er schreibt in einer Beschreibung:
Beim Googlequiz treten Teams gegeneinander an und mutmaßen zu Googlesuchen und -ergebnissen. Dabei ist es verboten, Google zu benutzen. (Das Spiel ähnelt dem britischen Pub Quiz / Table Quiz.)
Nach den ersten Workshops habe ich das Googlequiz noch einmal kürzen müssen…
Das Ziel des Googlequizzes war es ein paar Grundlegende Funktionen der Googlesuche (Phrasensuche, Bildersuche, …) auszuprobieren und zu erfahren wie man zu weniger Treffern kommen kann. Hierzu passen die Informationsseiten von Google Suchhilfe: Erfahren Sie etwas über die Google-Grundlagen & Suchhilfe: Verfeinerung Ihrer Suche sowie der Google-Guide.
Exkurs Wikipedia und das liebe Urheberrecht
Die Teilnehmer der Workshops haben einheitlich berichtet, dass Schüler häufig die ersten “Seiten” der Google-Suche abscannen oder direkt aus Wikipedia “zitieren”. Als Quelle heißt es dann “Internet“, “Wikipedia” oder sogar ein richtiger Link z.B. “Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Zitat” besonders gut sind dann schon Quellenangaben die neben dem Link zum Artikel noch die Zugriffszeit und das Zugriffsdatum angeben.
Tatsächlich ist dies im Fall Wikipedia noch nicht ausreichend, weil die Artikel sich ständig verändern können.
Es ist aber auf sehr einfache Art möglich genau die betrachtete Version des zitierten Wikipedia Artikels zu zitieren.
Hierzu gibt es in der Linken Navigationsleiste bei Wikipedia den Menüpunkt “Werkzeuge” und das Menüelement “Seite Zitieren“. (s. Grafik rechts)
Auf der dort verlinkten Seite bekommt man z.B. die “Einfache Zitatangabe zum kopieren“.
Für den Artikel Zitat ist dies in diesem Moment:
Seite „Zitat“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 21. Mai 2012, 10:59 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Zitat&oldid=103484179 (Abgerufen: 23. Mai 2012, 20:47 UTC)
Mit dieser Art der Quellenangabe ist einfach nachvollziehbar worauf der Autor eines Textes sich bezieht wenn er Wikipedia als Quelle nutzt.
Und das Urheberrecht?
Bei der Erstellung von Unterrichtsmaterial, aber auch bei der Erstellung von Schülerarbeiten sollte im Sinne des gültigen Rechts und der Medienerziehung Urheberrechtliche Aspekte berücksichtigt werden.
Hierzu hatte ich auf die Creative-Commons-Lizenzen hingewiesen. Diese können genutzt werden um eigene Inhalte zu lizensieren oder CC-Lizensierte Inhalte/Medien weiter zu bearbeiten. Ausführliche Informationen zu CC im Bildungsbereich hält das Portal CC your Edu bereit.
Zum finden von Inhalten sind meine Tipps flickr.com (für Photos), Jamendo für Musik und das ZUM Wiki (für Unterrichtsmaterialien).
Zur Beurteilung der Quellen im Internet hat das Referat Medienpädagogik eine “Checkliste zur Bewertung von Internetquellen für Schülerinnen und Schüler” herausgegeben. Erfreulicher Weise steht dieses Dokument unter einer CC-Lizenz zur Verfügung, so dass es in beliebiger Zahl und Form an Schülerinnen und Schüler weitergegeben werden darf.
Rechercheauftrag
Nachdem diese Punkte erläutert wurden haben wir einen vorbereitet Rechercheauftrag bearbeitet bei dem die neuen Kenntnisse erprobt werden sollten, denn meist treten die Probleme beim Machen auf.
Hier ist der Rechercheauftrag einzusehen.
Der Rechercheauftrag (Googledokument) hatte leider noch einen Zugriffsschutz. Jetzt sollte der Link öffentlich zugänglich sein!
Neben den bisher erwähnten Recherchemöglichkeiten wird im Arbeitsauftrag auch auf den Dienst delicious hingewiesen. Delicious ist sozusagen das “Youtube der Links”. Neben der Verwaltung eigener Links lässt sich der Dienst auch hervorragend zu Recherchezwecken einsetzten. (Kurzvorstellung im Videoformat)
Inhalte finden durch das Veröffentlichen von Inhalten
Durch das (regelmäßige) Veröffentlichen eigener Inhalte zu bestimmten Themen/Kontexten in Blogs oder bei Twitter kann man sich einen Stamm von Followern/Lesern aufbauen die sich mit ähnlichen Themen beschäftigen und wertvolle Ressourcen darstellen können. Diese Art der Ergebnisgenerierung lässt sich natürlich nicht innerhalb von Minuten / Stunde entwickeln und ist deshalb nur als Längerfristige Strategie und nicht für Ad-Hoc Anfragen geeignet.
Suchen in der Zukunft
Hat man die Suchergebnisse zu einem speziellen Bereich einmal erschlossen stellt sich die Frage wie man über künftige Suchtreffer informiert bleiben kann. Bei Google gibt es zu diesem Zweck den Dienst Google Alerts. Man kann sich per E-Mail über neue Treffer zu einem Suchabfrage informieren lassen. Hierzu ist allerdings ein Google-Account erforderlich. Wer es lieber etwas unverbindlicher möchte kann z.B. auf Googles Konkurrenz “Bing” ausweichen. Dort ist die Benachrichtigung über einen RSS-Feed möglich.
Material zur Vertiefung
Seiten die ich im Rahmen der Vorbereitung genutzt habe sind hier zu finden.
Doku “Das Spiel mit dem Tod”
In der Facebook-Gruppe Medienpädagogik würde ich kürzlich auf den eingebetteten Film aufmerksam.
Ich meine es lohnt sich diesen Film komplett(!) anzusehen.
Grundlagen zum iPhone und anderen Anwendungen
Inzwischen gebe ich an der VHS in an Hamburg an verschiedenen Standorten relativ häufig den Kurs “iPhone und weitere Anwendungen”. Bereits seit 2009 sind die Kurse dort im Programm und nach einer Anzeige im Abendblatt sowie der breiten Verbreitung von iPhones sind die Kurse gut nachgefragt. Es gibt auch eine Fortsetzung mit dem Namen “Neues vom iPhone und iPhone und iPod Touch”. (Aktuelle Kurse zum iPhone an der VHS Hamburg)
Ja ich weiß, es müssen neue Titel her und das iPad sollte auch auftauchen. Grundsätzlich stelle ich aber bei der Konzeption und Durchführung fest, dass es schwer ist beim Inhalt den richtigen Schnitt zu finden. Die Kurse dauern jeweils drei Zeitstunden (VHS-Kursstunden dauern 45 Minuten), die wir bei der Einführung auf jeden Fall brauchen. Leider presse ich dann immer noch etwas Fortgeschrittenes rein, um noch mehr zu bieten und einen Ausblick zu geben, da ja auch schon am Anfang viele fortgeschrittene Fragen kommen. Da kann es manchmal dann etwas hektisch werden. Ich denke weiter drüber nach…
Noch ein paar Tipps
- Codes um die Dauer bis zur Weiterleitung auf die Mailbox usw. einzustellen finden Sie z.B. hier
- Das iPhone Suchen und aus der Ferne löschen (kostenlos, nicht nur für mobileme-Nutzer)
- Ein paar von mir gesammelte Links zum Thema iPhone, die mehr werden könnten
- Der Folgekurs wäre am 11.5., momentan sind noch 5 Plätze frei
Workshop ANU Niedersachsen Bremen
Am 25.03. habe ich für die Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung (ANU) Landesverband Niedersachsen/Bremen e. V. ich einen Workshop zum Themenbereich Web 2.0 zur Unterstützung von Bildungsprozessen und Bildungsmarketing gegeben.
Basics
Nach einer kurzen Einordnung der Begriffe Web 2.0, social Web und ähnlichem sind wir schnell zu den unterschiedlichen Web 2.0 Diensten gekommen die in der Basisübersicht Web 2.0 Dienste auf dieser Seite erklärt werden. Hierbei erfreuten die Teilnehmer sich (mal wieder) am erfrischenden Stil der CommonCraft Videos (Video Wikis in plain english). Auch andere Linktipps z.B. zum ZUM Wiki kannten viele Teilnehmer noch nicht.
Bei der Erklärung von social Bookmarking habe ich auch auf meine Linksammlungen digitale Tools für Pädagogen, Recht und digitale Identität bei delicious hingewiesen. › Ganzen Artikel lesen
Social Media Guidelines für (Hoch-)Schulen?
Immer mehr Unternehmen nutzen social Media für die externe Kommunikation.1 Ich habe mich gefragt wie es im Bildungsbereich, also besonders in Schulen und Hochschulen um die gezielte social Media Nutzung bestellt ist, bzw. wie diese Bildungseinrichtungen ihre Mitglieder bei der social Media Nutzung unterstützen.
Unternehmen entwickeln hierfür in der Regel so genannte “Social Media Guidelines”.
Zwei Optionen
Nach meiner Einschätzung sollten Bildungseinrichtungen sich auch mit diesem Thema beschäftigen. Stefan Oßwald hat im t3n Blog die beiden möglichen Optionen bereits benannt und ich meine sie sind grundsätzlich auf den Bildungsbereich übertragbar. Die meisten Schulen entscheiden sich für Option 1 und blenden das Thema social Media so lange wie möglich aus, bis es Ereignisse gibt, die ein plötzliches Handeln erforderlich machen. Die erste Reaktion ist dann häufig möglichst alle Aktivitäten im social Web mit den verfügbaren Mitteln zu unterbinden.
Die zweite Option wäre, aktiv Social-Media-Guidelines zu Entwickeln und den Organisationsmitgliedern so eine Orientierung zu geben, wie sie sich im social Web verhalten können/sollen/dürfen.
Übertragbarkeit aus der Unternehmenswelt
Die Übertragung von Social-Media-Guidelines aus dem Unternhemensbereich auf den Bildungsbereich scheint mir nicht ohne weiteres möglich, denn es gibt neben den Mitarbeitern der Bildungsinstitutionen auch noch die Lerner die ebenfalls als Botschafter der Bildungseinrichtung auftreten können und besonders in der Interaktion untereinander möglicherweise Unterstützung gebrauchen können (Stichwort: Cybermobbing).
Am kommenden Wochenende findet in Bremen das EduCamp statt. Vielleicht finden sich dort ein paar Interessierte Teilnehmer und wir gestalten gemeinsam “Standard Social Media Guidelines” für den Bildungsbereich. Bereits vorab/parallel können Anforderungen/Wünsche u.ä. an diese Guidelines in den Kommentaren formuliert werden.2

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Alex & Ralf
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