Schüler erstellen ein Bewerbungsvideo

Diese Woche war ich an einer Hamburger Schule um dort eine Projektwoche zu ergänzen. Im Rahmen eines Theaterprojektes lernten die Schüler den Umgang mit der Videokamera und bekamen viele Tipps zum Auftreten auf der Bühne und vor der Kamera. Eines der Ziele der Projektwoche war es Bewerbungsvideos zu erstellen mit denen die Schüler sich bei Potentziellen Arbeitgebern bewerben können.

Über die Idee die Schüler würden hierzu ein Blog benötigen kam ich ins Spiel.
Mir war zunächst nicht ganz klar warum man für ein Berwerbungsvideo ein Blog benötigte, aber ausgeschlossen sei es ja nicht. Tatsächlich kann man ein Blog natürlich prima als ePortfolio einsetzen und das Video mit weiteren Informationen ergänzen.
Zunächst habe ich mich selbst noch einmal umgesehen und alte Kontakte vom EduCamp in Ilmenau reaktiviert. Dort hatte ich Jeanette-Freya Enders vom Bewerberblog kennengelernt. Wie vermutet habe ich im Bewerberblog auch brauchbare Informationen gefunden, z.B. den Artikel Bewerbung, Klappe, die 1.! von Isa Schmiedgen.
Isa Schmiedgen bringt es auf den Punkt wenn Sie schreibt:

Entscheidend ist die Umsetzung: Wo lasse ich das Video machen? Mache ich es mit Hilfe von Freunden selbst? Wo drehe ich das Video? Auf dem eigenen Bett vor der Webcam sitzen bietet sich eindeutig NICHT an. Welche Stärken will ich in und durch das Video zum Ausdruck bringen? Habe ich Humor, kann ich mich gut ausdrücken und/oder habe ich eine gute Ausstrahlung, die durch ein Video besonders gut zur Geltung kommen? Auch hier ist das Maß entscheidend, denn diese Stärken können keinesfalls die fachliche Qualifikation ersetzen. Und diese sollte auf jeden Fall auch ihren Platz im Video finden, falls man das Video allein und nicht als Ergänzung zu Zeugnissen bzw. Skill-Profil nutzen will.

Ein Blick in Portale wie myjobvideo.de und die Suche nach Bewerbugsvideos bei Youtube & Co. vermitteln mir allerdings dn Eindruck, dass die Zeit der Bewerbungsvideos noch nicht gekommen ist oder die Umsetzung bisher einfach noch nicht so recht gelungen ist.
Egal ob auf CD oder im Web, ein Bewerbungsvideo zu erstellen ist nichts was man „mal nebenbei“ produziert.

dubestemmer videoMir war wichtig auf die Gefahren der einfachen Veröffentlichung im Internet hinzuweisen, bevor ich zeige wie leicht und brauchbar diese Form der Veröffentlichung ist. Die Videos der Kampagne Think before you Post sind für mich mittlerweile ein Klassiker, aber auch die norwegische Kampagne DuBestemmer hat tolle Videos zu bieten, insbesondere das Schüler-Eltern-Lehrer-Gespräch (wmv 10mb) gefällt mir.

Wir haben ebenfalls ein paar Personensuchmaschienen ausprobiert und mal nach einigen Schülern aus dem Projekt geschaut. 123people.com und yasni.de sind die versprochen Links, damit alle Teilnehmer sich mal in Ruhe einen Eindruck davon verschaffen können welche Informationen ohne großen Aufwand über Sie im Internet verfügbar sind.

Blogs waren die thematische Ausgangslage bevor wir uns bekannte Videoblogs (Vlogs) (Toni Mahoni und Ehrensenf) angesehen haben. Ebenfalls bekannt sind die Videopodcasts der Tagesschau und das entsprechende Format der Bundeskanzlerin.
Das Format als solches entscheidet also nicht über Seriösität und Qualität des Inhalts.

Im weiteren Verlauf des Workshops haben die Schüler in drei Kleingruppen je zwei Videos gedreht. Einmal ein Bewerbungsvideo, welches jedoch nicht online gestellt wurde und ein Video in dem Sie über die gerade stattfindende Projektwoche berichten sollten.
Hierbei zeigten sich diverse Schwierigkeiten, die beim Versuch ein serios wirkendes Video zu produzieren auftreten können. Die Videos wurden mit Mini-DV Kameras und zwei verschiedenen Handytypen erstellt. Auch die Handys haben teilweise technisch brauchbare Ergebnisse geliefert. Wichtiger, so scheint es, ist das Arrangement „am Set“. Ein neutraler Hintergrund, ein kontinuierlicher Blick in die Kamera sowie ruhige und deutliche Aussprache und gute Lichtverhältnisse haben die Videos in diesem Workshop deutlich aufgewertet.

Leider hat der Videoimport, in die Schnittsoftware auf den veralteten G3 iBooks die für die Veranstaltung zur Verfügung standen, sehr lange gedauert, so dass die Videobearbeitung entfallen musste und die Erklärung wie die Videoas nun ins Netz kommen könnten etwas kurz ausfiel. Erfreulicherweise verfügte eine beachtliche Zahl der Teilnehmer schon über Erfahrungen im Veröffentlichen von Videos im Internet. Technische Barierren schien es hierbei jedenfalls kaum zu geben.

Mit den verantwortlichen Lehrkräften hatte ich im Nachhinnein noch besprochen, dass wir im Falle einer Neuauflage eine andere Zeitgestaltung der Blog/Web (2.0) Thematik vorziehen würden um die Schüler aktiver einbinden zu können.

Mich würde interessieren wie andere Schüler, Lehrer und Arbeitgeber/Personalverantwortliche zum Thema Bewerbungsvideos stehen und welche Erfahrungen sie ggf. bisher damit gemacht haben.

PS: Das oben gezeigte Video habe ich in einem Online-Artikel der Süddeutschen Zeitung gefunden und ist kein Ergebnis unseres Workshops 😉

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Mittwoch, September 17th, 2008 ePortfolios, Workshops Link twittern

1 Kommentar to Schüler erstellen ein Bewerbungsvideo

  1. @scheppler vielleicht nicht direkt was du suchst, aber ggf. kannst Du Teile davon brauchen http://tinyurl.com/83n95o

  2. Tweetback! @ralfa on Januar 15th, 2009

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Alex & Ralf

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