Microblogging im Bildungsbereich?
Twitter, Identi.ca, cirip.ro und andere Microblogging-Dienste sind “the next big thing” für den Bildungsbereich. Das könnte man jedenfalls denken, wenn man sich die Zahl der entsprechenden Blogbeiträge (z.B. hier und hier oder hier) die Präsentationen bei Slideshare (z.B. hier und hier) oder Vorhersagen wie z.B. aus dem Horizon Report durchliest.
Online publishing tools are being employed in the process of education as a means for personal and professional reflection, collaborative work, research, and the development of a public voice. Microblogging — the practice of posting brief updates to services like Twitter, Facebook, or others — is starting to gain a foothold in education, while the longer format of traditional blogging is fairly well established already. A medium optimized for social connections, microblogging can also be used to continue a conversation outside of classroom walls or provide an easy way to update students on course logistics. Numerous widgets exist for cross-posting updates (a single statement entered on one service can appear on many others automatically) and for following the updates of others. The ease of online publishing, especially blogging, gives students a place to voice their opinions, ideas, and research.
Quelle: Horizon Report 2009
Das Personal Web ereicht in 2-3 Jahren den Bildungsbereich, so die aktuelle Prognose des Horizon Reports. Ein Teil davon Blogs und Microblogging. Die Blogbeiträge von bekannten Wissenschaftlern im deutschsprachigen Raum (z.B. Mandy Schiefner, Michael Kerres und Helge Städtler, Beat Döbeli Honegger) lassen momentan noch keine Hinweise auf besonders sinnvolle Nutzung von Twitter/Microblogging im Bildungsbereich erkennen.
Interessant finde ich auf jeden Fall das Phänomen, dass sie und andere Wissenschaftler, Lehrer, Studenten über diese Kanäle auch über die Inhalte ihrer Arbeit berichten. Ich möchte das Thema nicht überstrapazieren, aber im Sinne informellen Lernens kann man auf diesem Weg vieles lernen. Den Aspekt der Vernetzung halte ich ebenfalls für interessant. Ich kann zwar nicht in jedem Fall steuern wer meine Nachrichten liest, aber ich habe sehr wohl einfluss darauf wessen Nachrichten ich lesen möchte. So bleibe ich in einem gewissen Maße in Kontakt zu Personen, unabhängig davon an welchem Ort sie sich befinden.
Tom Pfeiffer hat dies anhand der Theorie “The strength of weak ties” von Mark Granovetter einmal dargestellt. Über diese Kontakte können nicht nur Jobs vermittelt werden, wie in der Studie von Granovetter verifiziert. Es könen auch Impulse und/oder Ideen transportiert werden die aus dem engeren Umfeld nicht zu erwarten wären.
Ob dies nun die großen und einzigen Potenziale für den Bildungsbereich sind mag ich nicht prognostizieren. Das hängt m.E. im Wesentlichen von der Art der Nutzung ab. Interessant ist es in jedem Fall, insbesondere vor dem Hintergrund das, wenigstens aktuell, einige Bildungsinteressierte Personen diese Dienste nutzen.
Gemeinsam mit einigen Kollegen/Studenten aus dem Umfelde des *mms (MultiMedia-Studio) an der Fakultät EPB der Universität Hamburg haben wir, angeregt durch @autopoiet, begonnen ein paar Twitterthesen zu sammeln. Wer möchte kann sich gerne an dieser Sammlung beteiligen.
Die Themen Blogging und Microblogging im Bildungsbereich werden uns in der nächsten Zeit vermutlich noch etwas intensiver beschäftigen. Mal sehen. Mich würde auf jeden Fall interessieren welche Erfahrungen unsere Leser mit Microblogging im Bildungskontext schon so gemacht haben, wenn überhaupt… ich bleibe gespannt!
PS: Für alle Fälle noch unsere Twitter Namen: @alextee und @ralfa, falls uns jemand “folgen” möchte.
Weite Informationen:
- Educause 7 Things You Should Know About Twitter
- Can we use Twitter for educational activities?
- Microblogging – more than fun?
- Can Microblogs and Weblogs change traditional scientific writing?
Wer Twitter noch gar nicht kennt kann ja mal ein paar Einträge zurückblättern und hier gucken.
4 Kommentare to Microblogging im Bildungsbereich?
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Alex & Ralf
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Ist ja ein sehr interessanter Artikel. Nutze ebenfalls privat und beruflich meinen Blog in Verbindung mit Twitter, und was dabei manchaml rauskommt will man gar nicht immer glauben.
[...] Love it or Change it: Microblogging im Bildungsbereich, Ralf Appelt, [...]
[...] denn als sinnviolles didaktisches Werkzeug eingesetzt wird/werden kann. Sie bleibt also aktuell die Frage nach dem Microblogging im Bildungsbereich. Hat von unseren Lesern schon jemand Erfahrungen mit Microblogging / Twitter im [...]
[...] Appelt, R. (2009): Microblogging im Bildungsbereich, http://www.loveitorchangeit.com/2009/02/09/microblogging-im-bildungsbereich/ [...]