Digitale Tools in der Schule

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Im Rahmen der Klausurtagung des Referats für Medienpädagogik des Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung habe ich heute einen Workshop gegeben, der den Anwesenden die Möglichkeit bieten sollte, aktuelle digitale Werkzeuge auszuprobieren. Thema der internen Tagung war der Nutzen von Web 2.0-Werkzeugen für individualisierten und kompetenzorientierten Unterricht.

Mit dieser kleinen Präsentation bot ich einen Einstieg, um im folgenden die einzelnen Dienste, Programme und ihre sinnvolle Verzahnung exemplarisch vorzustellen.

Vorgestellt habe ich: Evernote,Twitter, WordPress (Blogs), delicious (Social Bookmarks), Etherpad, Google Docs, Google Wave, mind42.com (mindmaps), Read it Later, Slideshare und Dropbox.

Es ergaben sich Fragen zum Datenschutz und damit verbundenen Schwierigkeiten bei der Anwendung kommerzieller Angebote im schulischen Alltag. Dennoch war mein Eindruck, dass wir einige anregende Aspekte besprochen haben, die zu interessanten Veränderungen im Unterricht führen könnten.

Eine sehr spannende Auflistung in der Schule genutzter Software kann man im Blog von Felix Schaumburg und auch in einem Beitrag von René Scheppler finden.

Hat jemand noch andere Tipps und/oder Erfahrungen mit rechtlichen Problemen beim Umgang mit Schüler- und Unterrichtsdaten?

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6 Comments to Digitale Tools in der Schule

  1. Das klingt, als hätten die Bedenken wg. Datenschutz und „kommerzieller“ software im Vordergrund gestanden, und als wären die Möglichkeiten, web 2.0 in der Schule zu benutzen ziemlich im „anregenden“ Bereich geblieben? Welche Möglichkeiten werden denn tatsächlich zur Umsetzung ins Auge gefasst?

  2. Lisa Rosa on Februar 13th, 2010
  3. @LisaRosa: Ja, so kann man den Artikel verstehen. Ich hoffe aber, dass dies nur einige Aspekte waren, die dem Einsatz oft im Wege stehen – argumentativ.

    Sind die einen Bedenken aus dem Weg geräumt, kommen neue Bedenken. Die datenschutzrechtlichen Fragen sind oft nicht unbegründet, werden aber gerne vorgeschoben um das Problem auf einen späteren Zeitpunkt zu vertagen.

    Ich würde gerne die Werkzeuge in zwei Kategorien aufteilen, die auch die datenschutzrechtliche Bedenken unterschiedlich bewerten:

    1.) Kooperation unter Lehrenden
    2.) Einsatz von Werkzeugen im klassischen Unterricht

    Zu 1): Die Zusammenarbeit unter Lehrenden ist oft kaum vorhanden. Hier können Tools wie mind42 oder vor allem die DropBox echte Innovationen katalysieren, da die Lehrenden plötzlich gemeinsam und ohne zeitliche Verzögerung direkt miteinander arbeiten können. Gegenüber den klassischen Papiermedien bietet die Dropbox echte Mehrwerte die eben nicht nur ein digitales Substitut sind.
    Diese Tools müssten in den Kollegium zuallererst von den early-adaptors verbreitet werden, um die Lehrenden en gros an das Medium „Web“ als produktives Werkzeug heranzuführen.
    Datenschuturechtliche Aspekte sind hier erstmal zweitrangig, da es um die interne Kommunikation geht.

    Zu 2): Die Arbeit mit den Schülern wirft die datenschutzrechtlichen Fragen um Urheberrecht, Vertraulichkeit von Informationen etc. auf. Es wäre aber falsch anzunehmen, dass die Schülerinnen und Schüler nicht schon längst in den ganzen Netzwerken aktiv sind. Die Bedenken sind also Bedenken von Außenstehenden, die oft emotional bepackt und daher umso sensibler zu behandeln sind. Lässt man die Schüler arbeiten, wird zumindest die Kommunikation untereinander auch ohne Anleitung der Lehrenden in social-networks stattfinden.

  4. Felix on Februar 13th, 2010
  5. Tatsächlich ist es nicht einfach, die dahinterliegenden Prinzipien zu verdeutlichen, ohne sich an Geschäftsmodellen, bestimmten Anbietern und Problemen der konkreten Umsetzung festzubeißen. Ich war aber froh, dass die Teilnehmer offen und interessiert mit der Software gespielt haben.
    Dennoch ist der Transfer schwer, wenn man die Dinge nicht tiefergehend selbst erlebt, oder so tolle Vorbild-Lehrer präsent hat. Eine zusätzliche Herausforderung war es bei dieser konkreten Veranstaltung, nicht nur für sich selbst zu testen, sondern angepasst an Leitbilder von kompetenzorientiertem und individualisertem Lernen Empfehlungen zu formulieren.

    @Felix: Deine Unterscheidung zwischen Kooperation von Lehrern und Arbeit mit den Schülern finde ich sehr hilfreich. Ganz bestimmt gibt es viele Bereiche für die man verschiedene Werkzeuge im Alltag testen könnte, ohne gleich das Problem von vertraulichen Daten zu haben.

    @lisarosa: In diesem Sinne soll weiter ausprobiert werden. Aber vielleicht fragst du vor Ort selbst noch mal nach?

  6. Alexander Tscheulin on Februar 15th, 2010
  7. @felix: lehrerInnen sind i.d.r. (verständlicherweise, v.a. derzeit in hamburg) nur dann bereit, sich auf neues (also auch sehr hilfreiche tools) einzulassen, wenn möglichst unmittelbar ein mehrwert erkennbar ist. bei den kollegInnen, die eh schon viel im bereich digitaler tools arbeiten, dürfte das nicht weiter schwierig werden. bei kollegInnen, denen die nutzung neuer medien noch eher fremd ist, läge ein mehrwert genau dort, wo er aus (sorry, aber so ist es nun mal) datenschutzrechtlichen gründen nicht liegen darf: pädagogisch sinnvollen unterstützungssystemen für einzelne schülerInnen, teaminterner oder -übergreifender kommunikation im sinne von genauerer und v.a. in bezug auf zusammenarbeit viel gepflegterer analyse von lernausgangslagen, lernfortschritten etc. Für diejenigen, die kaum am rechner sitzen, sind viele tools unverständlich und überflüssig und ist office die einzig sinnvolle nutzung eines computers…
    @lisa: ich finde „anregend“ gar nicht schlimm – im gegenteil. so werden dinge mitgedacht, die von aktiven usern vielleicht gar nicht so wahrgenommen werden können. z.b.: wer ermöglicht den lehrerInnen – von den ambitionierten web2.0-kollegInnen, die es aus lauter begeisterung eh tun, abgesehen – denn, diese tools kennenzulernen? wie muss sich das verständnis von arbeitszeit ändern? warum erwartet jeder einen umgang mit digitalen tools auf höchstem niveau, am besten gleich mit -zig anwendungsmöglichkeiten für den unterricht, ohne den kollegInnen zeit und möglichkeit dafür zu geben? ich denke schon, dass das verstehen von tools und das nachdenken über einsatz im unterricht verzahnt erfolgen muss, aber wer hilft? wenn das referat hier unterstützung sein möchte, muss es mehr mitbedenken als ich es an meiner schule als lehrerin tun muss. und dass datenschutz eine so große rolle spielt, ist vielleicht nur eine reaktion darauf, dass das für kollegInen an den schulen DAS thema schlechthin ist. was nützt eine begeisterung seitens des referates für ein tool, wenn es nachher wegen solcher bedenken von den schulen nicht akzeptiert wird?
    @alex: möglicherweise war es zu früh, sich über die möglichkeiten in bezug auf die kernelemente kompetenzorientierten unterrichts klarzuwerden, wenn das tool noch nicht durchdrungen wurde. ist dir nicht auch aufgefallen, dass v.a. bekannte werkzeuge als unterstützer hier genannt wurden?
    so, und nun sorry wegen der länge, es ist spät. kurz und präzise geht grad nicht.

  8. Anja on Februar 15th, 2010
  9. man muss ja nicht so diskutieren, als gäbe es Web 2.0 in der Schule noch nicht, und man wisse nicht, ob es überhaupt geht … 😉
    Ich habe in meinen Modulkursen für Referendare und in außerhamburgischen Fortbilungen verschiedenes angeregt und betreut, was wunderbar geht! 4 Refis schreiben ihre Examensarbeit über ihre Unterrichtsreihe mit Blogs, eine Schule in Köln hat 14 Unterrichtsblogs und die Steuergruppe kommuniziert sogar über ein eigenes Steuergruppenblog! mal ganz abgesehen davon, dass es natürlich schon vorher jede Menge good practice gibt – nicht zuletzt von Daniel Röhe selbst, der sogar auf der Kreidezeittagung sein Unterrichtsblog in einem Workshop vorgestellt hat. Ich habe mal im Bereich Blogs eine Sammlung angefangen, die ich laufend ergänzen muss … http://lisarosa.wordpress.com – darin in der Blogroll sowie auf der Seite „Beispiele“.
    So scheinen mir manche Bedenkenträger nicht sehen zu wollen, dass es geht – weil in der Praxis gezeigt! – sondern immer noch zu rätseln, ob es denn überhautp gehen kann (wg. Bedenken zu Datenschutz usw.) Richtig ist: Wenn man diese Einzelbeispiele als Regelpraxis in die Fläche kriegen will, muss man eine Strategie dafür entwickeln. Und dafür hast Du Recht, Anja, muss man sehen, dass genügend Zeit für die Lehrer/Lehramtsanwärter gegeben werden muss, sich ausführlich mit einer Anwendung zu beschäftigen – zunächst unter dem Gesichtspunkt: was kann ICH damit anfangen, bevor es als Unterrichtstool betrachtet wird. Meine Refis brauchen dafür ein ganzes Modul mit 14 Stunden – nur fürs bloggen lernen, ausprobieren und reflektieren in einer Selbsterkundung mit anschließender Einzel- und Gruppenreflexion darüber, wie sie das in ihrer laufenden Praxis umsetzen können.

  10. Lisa Rosa on Februar 16th, 2010
  11. […] Auf diese Präsentation gestoßen bin ich beim Spatzieren im Netz beim Lesen der Postings “Digitale Tools an der Schule” und “Aufbruch an den Schulen?“ […]

  12. Mein Blog » Ein interessanter Vortrag zu Web 2.0 on März 3rd, 2010

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Alex & Ralf

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